Bericht des Investment Committee

Grundsätze der Monetalis Investmentphilosophie

Systematische Aktienstrategien · Aktives Credit Management · Strategisches Gold

16. Juli 2026

Eine robuste Vermögensarchitektur entsteht nicht aus der Wahl einzelner Produkte, sondern aus einem klaren Verständnis der ökonomischen Funktion unterschiedlicher Vermögenswerte. Dieser Grundsatzbericht beschreibt, nach welchen Leitlinien das Monetalis Investment Committee Aktien, Anleihen und Gold in die Vermögensarchitektur einordnet.

Im Mittelpunkt stehen wissenschaftliche Evidenz, ökonomische Plausibilität, Kosteneffizienz, Risikobewusstsein und eine Vermögensarchitektur, die nicht von einer einzigen Erwartung an die Zukunft abhängig ist.

Investment Committee · 01

Unser Verständnis von Investieren

Die Monetalis Investmentphilosophie verbindet ökonomische Überzeugung, wissenschaftliche Evidenz und einen klar definierten Investmentprozess.

Ausgangspunkt jeder Investmententscheidung ist die Frage, welche Aufgabe ein Vermögenswert innerhalb der gesamten Vermögensarchitektur erfüllen soll – und welcher Investmentansatz geeignet ist, diese Aufgabe effizient, transparent und langfristig verlässlich umzusetzen.

Dabei folgen unterschiedliche Anlageklassen unterschiedlichen ökonomischen Gesetzmäßigkeiten. Aktien ermöglichen die Teilhabe an unternehmerischer Wertschöpfung. Anleihen stellen Kapital gegen einen vertraglich definierten Zahlungsanspruch zur Verfügung. Gold besitzt als monetärer Realwert wiederum Eigenschaften, die sich grundlegend von beiden unterscheiden.

Aktiensystematisch
Creditselektiv
Goldstrategisch

Die Wahl zwischen regelbasierten und diskretionären Strategien, zwischen Investmentfonds und ETFs oder zwischen unterschiedlichen Marktsegmenten ist dabei kein Selbstzweck.

Das Instrument folgt der Investmentidee – nicht umgekehrt.

Langfristiges Investieren bedeutet für Monetalis, diejenigen Renditequellen zu identifizieren, die ökonomisch nachvollziehbar sind, und Risiken bewusst dort zu übernehmen, wo eine angemessene Vergütung erwartet werden kann.

Wir investieren systematisch, wo langfristige Risikoprämien effizient und regelbasiert erschlossen werden können. Wir investieren selektiv, wo fundamentale Unterschiede zwischen einzelnen Risiken einen wesentlichen Teil des Anlageerfolgs bestimmen können. Und wir halten strategisch Vermögenswerte, deren besondere Stärke in ihrem Beitrag zur Robustheit der gesamten Vermögensarchitektur liegt.

Dabei besitzt kein Managementstil einen grundsätzlichen Vorrang. Entscheidend sind ökonomische Plausibilität, empirische Evidenz, Kosten, Transparenz, Liquidität und der Beitrag zum Gesamtportfolio.

Investment Committee · 02

Aktien · Systematisch investieren

Investmentthese

Aktien repräsentieren Beteiligungen am produktiven Kapital von Unternehmen. Wer langfristig in Aktien investiert, beteiligt sich an Innovation, Produktivität, Unternehmertum und wirtschaftlicher Wertschöpfung.

Die Monetalis Aktienstrategie verfolgt deshalb einen langfristigen und systematischen Ansatz. Im Mittelpunkt steht nicht die Prognose, welches Unternehmen, welcher Sektor oder welcher Investmentstil als Nächstes besonders erfolgreich sein wird.

Wir konzentrieren uns vielmehr auf Renditequellen, für deren langfristige Existenz eine nachvollziehbare ökonomische Erklärung und belastbare empirische Evidenz bestehen.

Damit beruht unsere Aktienstrategie auf Struktur, Diversifikation und Disziplin statt auf kurzfristigen Markterwartungen.

Die Aktienallokation folgt einer klar definierten Core-Satellite-Struktur.

Der Core bildet das Fundament. Er ermöglicht die breit diversifizierte Teilhabe an der langfristigen Wertschöpfung der Aktienmärkte und an der allgemeinen Aktienmarktrisikoprämie.

Die Satelliten ergänzen dieses Fundament gezielt um ausgewählte Faktorprämien und strategische Exposures. Dazu gehören insbesondere Faktoren wie Value, Momentum und Small Cap Value, sofern deren wissenschaftliche Evidenz, ökonomische Begründung und praktische Investierbarkeit überzeugen.

Die Umsetzung erfolgt systematisch und regelbasiert. Faktorprämien entwickeln sich nicht gleichmäßig. Einzelne Faktoren können über längere Zeiträume hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben. Ihre strategische Nutzung verlangt deshalb Geduld und Disziplin.

Wir möchten diejenigen Renditeprämien identifizieren, von deren langfristiger ökonomischer Grundlage wir überzeugt sind – und sie anschließend konsequent und regelbasiert vereinnahmen.

Regeln geben Orientierung. Diversifikation schafft Stabilität. Disziplin ermöglicht Langfristigkeit. Robustheit besitzt Vorrang vor kurzfristiger Optimierung.

Die Wahl des Anlageinstruments erfolgt erst nach der Definition der Investmentstrategie.

Für die systematische Aktienallokation bieten ETFs häufig besonders geeignete Voraussetzungen. Regelbasierte Markt- und Faktorstrategien lassen sich über transparente Indexmethodologien präzise definieren und reproduzierbar umsetzen. Gleichzeitig ermöglichen ETFs in vielen Marktsegmenten eine breite Diversifikation, hohe Transparenz und gute Handelbarkeit bei vergleichsweise niedrigen laufenden Kosten.

Gerade bei langfristigen Strategien besitzen Kosten eine besondere Bedeutung.

Jeder dauerhaft vermiedene Kostenpunkt verbleibt im Portfolio und kann über viele Jahre am Zinseszinseffekt teilnehmen.

Klare Investmentregel → transparente Methodik → effiziente Umsetzung → niedrige strukturelle Kosten.

ETFs besitzen dabei keinen grundsätzlichen Vorrang als Produktgattung. Entscheidend ist, ob das jeweilige Instrument die gewünschte Investmentstrategie bestmöglich umsetzt. Wo ein anderes Anlageinstrument hinsichtlich Methodik, Kosten, Liquidität, steuerlicher Behandlung oder Portfoliofunktion überzeugender ist, kann dieses ebenso eingesetzt werden.

Investment Committee · 03

Anleihen · Risiken selektiv vergüten lassen

Anleihen folgen einer anderen Rendite-Risiko-Logik. Der Investor stellt einem Schuldner Kapital zur Verfügung und erhält dafür einen definierten Zahlungsanspruch.

Anders als bei Aktien ist das Ertragspotenzial einer klassischen Anleihe weitgehend durch Zinszahlungen und Rückzahlung definiert. Gleichzeitig können eine erhebliche Verschlechterung der Bonität, Restrukturierungen oder Ausfälle zu substanziellen Verlusten führen.

Ist die angebotene Rendite eine angemessene Vergütung für das übernommene Risiko?

Die Antwort hängt unter anderem von Bonität, Verschuldung, Kapitalstruktur, Seniorität, Besicherung, Covenants, Laufzeit, Duration, Liquidität und Bewertung ab. Diese Eigenschaften können sich zwischen Schuldnern und sogar zwischen verschiedenen Anleihen desselben Emittenten erheblich unterscheiden.

Auch im Anleihebereich beginnt Monetalis mit der Struktur und den Eigenschaften des jeweiligen Marktes.

Klassische Anleiheindizes gewichten Emittenten wesentlich anhand des Volumens ihrer indexfähigen ausstehenden Verbindlichkeiten. Ein hohes Gewicht ist damit zunächst Ausdruck eines hohen Emissionsvolumens und nicht notwendigerweise eines besonders attraktiven Rendite-Risiko-Verhältnisses.

Hinzu kommen die große Zahl unterschiedlicher Emissionen sowie Unterschiede hinsichtlich Liquidität, Laufzeiten, Kapitalstrukturen und Kreditqualitäten.

Diese Eigenschaften schaffen Raum für fundamentale Kreditanalyse, Relative Value und aktive Risikoselektion.

Deshalb halten wir aktives Management insbesondere dort für überzeugend, wo ein Manager durch Analyse und Portfoliokonstruktion einen nachvollziehbaren Mehrwert gegenüber einer rein regelbasierten Abbildung erwarten lässt.

Der Maßstab bleibt anspruchsvoll: Investmentprozess · Risikomanagement · Kosten · Liquidität · Transparenz · Portfolio Fit · langfristige Reproduzierbarkeit.

Aktives Management muss einen ökonomisch nachvollziehbaren Beitrag zur Vermögensarchitektur leisten.

Unser Verständnis von aktivem Credit Management ist vor allem analyse- und selektionsgetrieben.

Zinsen, Inflation, Konjunktur und Zentralbankpolitik beeinflussen Anleihemärkte erheblich. Ihre kurzfristige Entwicklung lässt sich jedoch nicht dauerhaft präzise vorhersagen.

Fundamentale Kreditqualität, Kapitalstruktur, Liquidität und die angebotene Kreditrisikoprämie lassen sich dagegen analysieren und relativ zueinander bewerten.

Kapital dort bereitzustellen, wo die erwartete Rendite das übernommene Risiko angemessen vergütet.

Aktives Credit Management verstehen wir deshalb als professionelle Auswahl, Bewertung und Steuerung von Risiken innerhalb eines klar definierten Investmentprozesses.

Dabei kann der Mehrwert sowohl darin bestehen, attraktive Kreditrisiken zu identifizieren, als auch darin, Risiken bewusst nicht einzugehen, deren erwartete Vergütung nicht überzeugt.

Schuldnergruppen und Portfoliofunktion

Die Monetalis Investmentphilosophie legt sich nicht dauerhaft auf einzelne Schuldnergruppen fest. Unternehmens- und Staatsanleihen werden nach ihrer erwarteten realen Rendite, ihrem Risiko, ihrer Bewertung und ihrer Funktion innerhalb des Gesamtportfolios beurteilt.

Aus der Perspektive der Austrian Economics messen wir soliden Bilanzen, verantwortungsvoller Verschuldung und einer stabilen Geldordnung besondere Bedeutung bei. Dies führt jedoch nicht zu einem grundsätzlichen Ausschluss einzelner Schuldnergruppen.

Staatsanleihen können – abhängig von Bewertung, Realrendite, fiskalischer Solidität und Marktumfeld – unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Vermögensarchitektur übernehmen. Dazu können insbesondere Diversifikation, Duration, Liquiditätssteuerung, Relative Value und Risikomanagement gehören.

Wir beurteilen einen Vermögenswert nach seiner ökonomischen Funktion, seiner Bewertung und seinem Beitrag zum Portfolio.

Investment Committee · 04

Gold · Strategische Robustheit

Gold nimmt innerhalb der Monetalis Vermögensarchitektur eine eigenständige Rolle ein.

Es ist weder Beteiligung an einem Unternehmen noch Forderung gegenüber einem Schuldner. Gold besitzt keinen vertraglichen Zahlungsstrom. Gleichzeitig ist es keine Verbindlichkeit eines Emittenten und trägt damit kein klassisches Kredit- oder Gegenparteirisiko.

Wir verstehen Gold als monetären Realwert sowie als strategischen Diversifikations- und Robustheitsbaustein.

Seine Aufgabe besteht nicht darin, Aktien oder Anleihen hinsichtlich ihrer laufenden Ertragserwartung zu ersetzen.

Gold muss nicht dieselbe Aufgabe erfüllen wie Aktien oder Anleihen. Sein Wert für die Vermögensarchitektur liegt gerade darin, dass es etwas anderes ist.

Gold besitzt Eigenschaften, die insbesondere in bestimmten monetären, geopolitischen und systemischen Marktphasen wertvoll sein können.

Dazu zählen unter anderem Phasen hoher oder unerwarteter Inflation, negativer Realzinsen, Währungsabwertung, ausgeprägter monetärer Expansion, geopolitischer Spannungen oder eines sinkenden Vertrauens in Teile des Finanzsystems.

Aus Perspektive der Austrian Economics kommt eine weitere Eigenschaft hinzu: Das Angebot von Gold lässt sich nicht durch geldpolitische Entscheidungen kurzfristig beliebig ausweiten.

Damit stellt Gold einen monetären Vermögenswert außerhalb des klassischen Kredit- und Fiatgeldsystems dar.

Die strategische Goldposition ist dennoch keine Prognose über Inflation, Krisen oder das zukünftige Geldsystem. Sie folgt vielmehr einem Prinzip der Robustheit.

Wir müssen die Zukunft nicht präzise vorhersagen, um die Vermögensarchitektur auf unterschiedliche mögliche Entwicklungen vorzubereiten.

Die strategische Positionierung bedeutet deshalb auch nicht, Gold aufgrund kurzfristiger makroökonomischer Erwartungen regelmäßig ein- und auszusteuern. Seine Funktion ist langfristiger Natur.

Investment Committee · 05

Instrumente folgen der Strategie

Aktien · ProduktivkapitalTeilhabe an unternehmerischer Wertschöpfung und systematische Vereinnahmung langfristiger Markt- und Faktorprämien.
Anleihen · GläubigerkapitalVereinnahmung angemessen vergüteter Zins- und Kreditrisikoprämien unter Berücksichtigung von Bonität, Bewertung und Kapitalstruktur.
Gold · monetärer RealwertEigenständiger Diversifikationsbaustein mit besonderer Bedeutung für die Robustheit gegenüber bestimmten monetären und systemischen Risiken.

Investmentansatz Aktien: systematisch und regelbasiert.

Investmentansatz Anleihen: dort aktiv und selektiv, wo fundamentale Analyse einen strukturellen Mehrwert erwarten lässt.

Investmentansatz Gold: strategisch und langfristig.

Nicht die Methode bestimmt die Anlageklasse. Die ökonomischen Eigenschaften der Anlageklasse bestimmen die Methode.

Aus diesem Investmentverständnis ergibt sich ein weiterer zentraler Grundsatz:

Monetalis investiert nicht in Produktkategorien. Monetalis investiert in ökonomische Rendite- und Risikotreiber.

ETFs, Investmentfonds und andere geeignete Instrumente sind Mittel zur Umsetzung dieser Strategie. Wir beurteilen sie danach, wie gut sie die gewünschte Portfoliofunktion erfüllen.

Dabei berücksichtigen wir insbesondere Investmentprozess, Kosten, Transparenz, Diversifikation, Liquidität, Handelbarkeit, steuerliche Rahmenbedingungen, Risikomanagement und Portfolio Fit.

Ein kostengünstiger ETF kann deshalb die ideale Umsetzung einer systematischen Aktienstrategie sein. Ein aktiv gemanagter Investmentfonds kann die überzeugendere Umsetzung einer selektiven Credit-Strategie darstellen. Und auch diese Zuordnung ist keine unveränderliche Regel.

Die Investmentthese kommt zuerst. Die Strategie folgt der Investmentthese. Das geeignete Instrument folgt der Strategie.

Aktien

Die strategische Umsetzung erfolgt grundsätzlich systematisch über breit diversifizierte Core-Exposures und gezielte Faktor-Satelliten. ETFs bieten hierfür häufig eine besonders effiziente, transparente und kostengünstige Umsetzung.

Anleihen

Die Wahl des Investmentansatzes richtet sich nach Marktstruktur, Bewertung und erwartetem Mehrwert. In Segmenten mit hoher Bedeutung fundamentaler Kreditselektion besitzt aktives Management aus Sicht des Investment Committee besondere Plausibilität. Unternehmens- und Staatsanleihen gehören grundsätzlich zum investierbaren Anlageuniversum und werden nach erwarteter realer Rendite, Risiko, Bewertung und Portfoliofunktion beurteilt.

Gold

Gold besitzt einen strategischen Platz als monetärer Realwert sowie als Diversifikations- und Robustheitsbaustein.

Instrumentenauswahl

ETFs, Investmentfonds und andere geeignete Instrumente werden anhand ihrer Fähigkeit beurteilt, die jeweilige Investmentstrategie effizient und verlässlich umzusetzen.

Investment Committee · 06

Disziplin, Grenzen und unsere Investmentdoktrin

Eine langfristige Investmentphilosophie gewinnt ihre Qualität nicht allein aus überzeugenden Investmentthesen. Ebenso wichtig ist das Bewusstsein dafür, unter welchen Bedingungen diese Thesen Geduld erfordern, welche Risiken mit ihrer Umsetzung verbunden sind und welche Annahmen regelmäßig überprüft werden müssen.

Das Investment Committee betrachtet die beschriebenen Grundsätze deshalb als langfristigen Orientierungsrahmen – verbunden mit der Verpflichtung, ihre praktische Umsetzung und ihre ökonomischen Voraussetzungen fortlaufend zu hinterfragen.

15.1 · Faktorstrategien · Disziplin ist Teil der Strategie

Faktorprämien können über lange Zeiträume hinter dem breiten Aktienmarkt zurückbleiben. Eine solche Phase widerlegt eine Faktorprämie nicht zwangsläufig, stellt aber hohe Anforderungen an die Disziplin des Investors.

Die praktische Herausforderung besteht deshalb nicht nur darin, geeignete Faktoren auszuwählen. Sie besteht ebenso darin, zwischen einer erwartbaren Schwächephase und einer möglichen strukturellen Veränderung zu unterscheiden.

Das Investment Committee überprüft daher regelmäßig, ob die ökonomische Begründung, empirische Evidenz und Qualität der Umsetzung einer Faktorstrategie weiterhin überzeugen.

Langfristigkeit bedeutet für uns nicht, Entscheidungen niemals zu hinterfragen. Sie bedeutet, sie nicht aufgrund kurzfristiger Marktentwicklungen zu verändern.

15.2 · Aktives Management · Mehrwert muss verdient werden

Aktives Management erweitert die Möglichkeiten der Risikoselektion – und stellt zugleich zusätzliche Anforderungen an Managerauswahl und Monitoring.

Investmentprozess, personelle Kontinuität, Risikomanagement und Kosten werden damit selbst zu relevanten Erfolgsfaktoren. Der Einsatz eines aktiven Managers setzt deshalb voraus, dass dessen Investmentprozess einen nachvollziehbaren strukturellen Mehrwert erwarten lässt.

Dieser Anspruch endet nicht mit der Auswahl. Investmentprozess, Risikomanagement, Kosten, personelle Kontinuität und Portfolio Fit werden fortlaufend überprüft.

Aktives Management erhält keinen dauerhaften Vertrauensvorschuss. Seine Rolle innerhalb der Vermögensarchitektur muss langfristig überzeugend bleiben.

15.3 · Anleihen · Unterschiedliche Marktregime berücksichtigen

Die Attraktivität von Anleihen hängt wesentlich von Realrendite, Kreditqualität, Bewertung, Laufzeitstruktur, Liquidität und ihrer jeweiligen Funktion innerhalb des Gesamtportfolios ab.

Unterschiedliche Marktregime können die Rendite-Risiko-Eigenschaften einzelner Anleihesegmente und Schuldnergruppen erheblich verändern. Das Investment Committee beurteilt Anleihen deshalb nicht anhand dauerhafter Präferenzen für einzelne Segmente, sondern auf Grundlage ihrer ökonomischen Eigenschaften und ihres Beitrags zur Vermögensarchitektur.

Damit bleibt die Strategie offen für Veränderungen der Rahmenbedingungen, ohne ihre grundlegenden Maßstäbe für Bewertung, Risiko und Portfoliofunktion aufzugeben.

Die Vermögensarchitektur soll Überzeugungen besitzen, ohne ihre Anpassungsfähigkeit zu verlieren.

15.4 · Gold · Robustheit besitzt Opportunitätskosten

Gold erfüllt innerhalb der Vermögensarchitektur eine strategische Funktion, generiert jedoch selbst keine laufenden Cashflows. Die Höhe der strategischen Goldposition ist deshalb von besonderer Bedeutung.

Eine zu geringe Position kann ihren Diversifikationsbeitrag begrenzen. Eine zu hohe Position kann langfristig Opportunitätskosten gegenüber produktivem Kapital verursachen.

Die strategische Gewichtung soll deshalb so bemessen sein, dass Gold einen relevanten Beitrag zur Robustheit des Portfolios leisten kann, ohne dessen langfristigen Charakter als produktiv investiertes Vermögen zu überlagern.

Diese Grenzen verstehen wir nicht als Widerspruch zu unserer Investmentphilosophie. Sie sind Bestandteil ihrer Anwendung.

Überzeugung schafft Orientierung. Disziplin ermöglicht Langfristigkeit. Offenheit für neue Evidenz bewahrt die Anpassungsfähigkeit.

Das Investment Committee überprüft deshalb nicht permanent die kurzfristige Performance seiner Grundsätze, sondern regelmäßig deren ökonomische Grundlage, empirische Evidenz und Funktion innerhalb der gesamten Vermögensarchitektur.

Der dauerhafte Grundsatz des Monetalis Investment Committee lautet:

Aktien = systematisch. Credit = selektiv. Gold = strategisch.

Wir investieren systematisch, wo langfristige Risikoprämien effizient und regelbasiert erschlossen werden können. Wir investieren selektiv, wo fundamentale Unterschiede zwischen einzelnen Risiken einen wesentlichen Teil des Anlageerfolgs bestimmen können. Wir halten strategisch Vermögenswerte, deren besondere Stärke in ihrem Beitrag zur Robustheit der gesamten Vermögensarchitektur liegt.

Die Investmentidee bestimmt die Strategie. Die Strategie bestimmt das Instrument.

So entsteht keine Sammlung von Fonds, ETFs oder einzelnen Anlageklassen.

Es entsteht eine Vermögensarchitektur aus unterschiedlichen ökonomischen Rendite- und Risikotreibern, die jeweils eine klar definierte Aufgabe erfüllen und sich gegenseitig ergänzen.

Unser Anspruch besteht nicht darin, das Portfolio für eine einzige erwartete Zukunft zu optimieren.

Unser Anspruch ist eine robuste Vermögensarchitektur, die nicht von einer einzigen Erwartung an die Zukunft abhängig ist.

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Mit dem Klick auf „Erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Einstellungen