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Investorenbrief | März 2026
Mit diesem Investorenbrief erhalten Sie einen Marktrückblick, die wesentlichen Portfolioentscheidungen des vergangenen Monats sowie aktuelle Themen rund um Ruhestandsplanung, Vermögensarchitektur und Investmentstrategie.
Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation oder zur Einordnung einzelner Aspekte stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Monatlicher Marktrückblick
Der Iran-Krieg beherrscht die Märkte
Nachdem US-Präsident Trump „das Gefühl gehabt hat, dass der Iran die USA angreifen würde“, griffen die USA und Israel den Iran „präventiv“ an, wie das Weiße Haus erklärte. Der militärisch eskalierende Konflikt löste an den Märkten starke Kursreaktionen aus. Vor allem vom Anstieg der Preise für Erdöl und Erdgas werden negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft befürchtet. Dies dürfte insbesondere der Fall sein, wenn der Krieg länger dauern würde. Anders als beim Zwölf-Tage-Krieg im Juni vergangenen Jahres mit gezielten Angriffen auf das iranische Atomprogramm nahmen diesmal die Sorgen vor einem längeren Krieg rasch zu, weil die Trump-Regierung einen planlosen Eindruck machte. Ein langanhaltender Preisanstieg bei fossilen Energieträgern würde die Inflation wieder steigen lassen, womit sich eine Lockerung der Geldpolitik verbieten würde, auch wenn sie im Hinblick auf Konjunkturrisiken angebracht wäre.
Ölpreis schießt weltweit in die Höhe
Die Entwicklung belastete zeitweilig die asiatischen Märkte stärker, weil die Region von Ölimporten aus der Golfregion abhängig ist. Der Preisanstieg auf dem Weltmarkt macht sich allerdings auch dort bemerkbar, wo man nicht auf Öl aus dem Persischen Golf angewiesen ist, wie etwa in den USA. So schoss der Preis für ein Barrel der nordamerikanischen Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) von unter 70 US-Dollar auf über 100 US-Dollar, als es zur Ausweitung des Iran-Krieges auf Öl- und Gasanlagen und zu Angriffen auf Öltanker in der Straße von Hormus kam. Der Preis für ein Barrel der europäischen Ölsorte Brent stieg von unter 80 auf fast 120 US-Dollar.
Vom Preisanstieg profitierten zwar Aktien aus der Energiebranche, so der im Dow Jones enthaltene Ölkonzern Chevron und im EURO STOXX 50 der französische Ölkonzern Total. Dies milderte die Kursverluste bei den Aktienindizes aber nur wenig.
Der Dow Jones, der im Februar sein bisheriges Rekordhoch bei 50.512 Punkten markiert hatte, verlor bis zum Ende der dritten Kriegswoche rund 10 Prozent auf 45.369 Zähler. Etwas besser hielt sich der S&P 500-Index für US-Aktien, der von seinem Hoch bei 7.002 Punkten bis auf 6.474 Zähler fiel. Auch der noch stärker von Technologie-Aktien geprägte NASDAQ-100-Index konnte sich der allgemeinen Schwäche nicht entziehen und verlor vom Rekordhoch aus rund 10 Prozent.
Starke Kursverluste Europa und Asien
Der Leitindex der Eurozone, der EURO STOXX 50, hatte erst Ende Februar ein neues Rekordhoch bei 6.200 Punkten erreicht, brach aber in Reaktion auf den Iran-Krieg stärker ein. Zum Auftakt der vierten Kriegswoche fiel der Index vorübergehend auf 5.377 Zähler – gegenüber dem Rekord ein Rückgang um 13 Prozent. Ähnlich reagierte der Deutsche Aktienindex DAX, der sich Ende Februar gerade dem Rekordhoch vom Januar bei rund 25.000 Punkten näherte, als der Angriff auf den Iran erfolgte. Am ersten Handelstag der vierten Kriegswoche unterschritt der DAX zeitweise 22.000 Zähler.
Als Trump, der kurz zuvor dem Iran noch mit einer Eskalation der Angriffe gedroht hatte, den Verzicht auf solche Angriffe erklärte, unterbrachen die Märkte ihre Abwärtstrends zumindest. „Trump always chickens out“: „Trump macht immer einen Rückzieher“ ist als Akronym TACO an den Börsen schon ein bekanntes Phänomen. In der Hoffnung auf eine Deeskalation fiel der Ölpreis um rund 15 Prozent, sodass ein Barrel der Sorte Brent statt 115 schließlich noch 97 US-Dollar kostete, und die Aktienmärkte erholten sich etwas. Allerdings wurde schnell deutlich, dass etwaige Verhandlungspositionen sehr weit auseinanderlagen, wobei der Iran dementierte, dass die von Trump behaupteten Verhandlungen überhaupt stattfinden.
Japan, Indien und Südkorea gehören zu den Volkswirtschaften, die besonders stark von Öl- und Gaseinfuhren aus dem Persischen Golf abhängig sind. Die Kursverluste lagen aber in der gleichen Größenordnung wie an der Wall Street und in Europa: Der Nikkei 225 hatte ebenfalls Ende Februar ein Rekordhoch erreicht. Von dort, bei 58.740 Punkten, fiel der japanische Aktienindex bis auf 51.542 Zähler zurück, also rund 12 Prozent. Ähnlich traf es den indischen Leitindex, den BSE Sensex, der damit alle Zuwächse seit dem US-Zoll-Schock im April des Vorjahres verlor.
Prozentual höher fiel der erste Kursrückschlag an der Börse von Südkorea aus, wo der Korea Composite Stock Price Index, kurz KOSPI, rund 20 Prozent verlor. Allerdings war es dort in den Wochen und Monaten zuvor auch steil aufwärts gegangen, sodass nur die Kursgewinne aus dem Februar wieder verloren gingen. Nach einer Stabilisierung des Kursniveaus waren die Kursverluste dort nicht mehr höher als an den westlichen Aktienmärkten und gegenüber dem Jahresbeginn ergibt sich bei koreanischen Aktien weiterhin ein Gewinn.
Renditeanstieg an den Anleihemärkten …
Auch an den Anleihemärkten löste der Krieg Kursverluste aus. US-Staatsanleihen hatten sich im Februar gerade so weit erholt, dass ihre Rendite wieder knapp unter 4,0 Prozent gesunken war, als der Angriff auf den Iran zu starken Verkäufen von USStaatsanleihen führte. Deren Rendite stieg daraufhin auf 4,4 Prozent.
An den Devisenmärkten reagierte die US-Währung auf die Aussicht auf höhere US-Zinsen; der Wechselkurs des Dollars stieg von knapp 0,85 auf gut 0,87 Euro.
… und ein fallender Goldpreis durch veränderte Zinserwartungen
Gold konnte seinem Ruf als Krisenprofiteur nicht entsprechen. Die Preise von Edelmetallen litten unter den veränderten Zinserwartungen. Höhere Zinsen machen die zinslosen Edelmetalle relativ gesehen weniger attraktiv. Der Goldpreis rutschte von rund 5.400 US-Dollar pro Unze Anfang März im Laufe des Monats auf rund 4.500 US-Dollar ab.
Strategieportfolios
Monetalis Global Factor
UCITS-Dachfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Wertentwicklung im März 2026: -6,43 Prozent
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: -2,07 Prozent
Wertentwicklung der letzten 12 Monate kumulativ: +6,11 Prozent
Factsheet öffnenAustrian Economics
Kleine Anzeichen großer Verwirrung
Gastbeitrag von Rainer Fassnacht, erschienen am 18.03.2026 auf der Homepage des Ludwig von Mises Instituts Deutschland
Oft sind es kleine und unscheinbare Zeichen, die auf ein großes Problem im Hintergrund hindeuten. Zwei kleine Beispiele zeigen, wie unterschiedlich solche Anzeichen sein können und welche Gefahren damit einhergehen.
„Anspruch“ auf angemessene Arbeit
Vor einiger Zeit sprach ich mit einer jungen Frau, die vor kurzem erfolgreich ihr Studium abgeschlossen hatte. Sie beklagte sich darüber, kein angemessenes Jobangebot zu bekommen und machte deutlich, nicht bereit zu sein eine Stelle „unter ihrem Niveau“ anzunehmen.
Diese Frau ist sicherlich nicht der einzige Mensch, der davon ausgeht, einen „Anspruch“ auf einen (aus eigener Perspektive) angemessenen Job zu haben. Solche Menschen begründen die Annahme, ein adäquates Jobangebot verdient zu haben, beispielsweise mit der Dauer und Schwierigkeit ihrer Ausbildung. Auch die Ablehnung einer Tätigkeit in bestimmten Branchen – beispielsweise in der Rüstungsindustrie oder im Bereich fossiler Energieerzeugung – könnte hier genannt werden.
Andere sehen „ihr Recht“ auf eine angemessene Arbeit zum Beispiel verletzt, wenn das Jobangebot spezifische Wünsche, wie beispielsweise die Möglichkeit im Homeoffice zu arbeiten oder ein Sabbatical nehmen zu können, nicht umfasst.
In jedem der genannten Fälle sind zwei Punkte zu beachten: Erstens der persönliche Anspruch und zweitens die Annahme, andere Menschen seien verpflichtet, ihren Anspruch zu erfüllen. Betrachten wir den zweiten Punkt zuerst, so lässt sich handlungslogisch argumentieren, dass weder eine lange und schwere Ausbildung noch bestimmte Erwartungen an die künftige Arbeit eine „Verpflichtung“ anderer Menschen bewirken. Eine Verpflichtung entsteht nicht durch einseitige Annahmen und Wünsche, sondern durch gegenseitige freiwillige Vereinbarung.
Nur wenn die junge Frau vor ihrem Studium mit ihrem künftigen Arbeitgeber einen Vertrag geschlossen hätte, dass dieser den Wunscharbeitsplatz zur Verfügung stellt, sofern das Studium erfolgreich abgeschlossen wird, gäbe es tatsächlich einen Anspruch von ihrer Seite und eine Verpflichtung von der anderen Seite.
Die Gefahr, die von diesem Anspruchsdenken ausgeht, hat zwei Facetten, eine individuelle und eine gesellschaftliche.
Wer einen eigenen Anspruch und Verpflichtungen anderer annimmt, obwohl diese objektiv nicht vorliegen, dürfte sich mit großer Wahrscheinlichkeit unglücklich machen. Eine Enttäuschung folgt der nächsten, solange nicht das Bewusstsein da ist, dass es ein „Recht“ auf angemessene Arbeit entsprechend der eigenen Definition (ohne Vertrag) nicht gibt.
Die gesellschaftliche Konsequenz solchen Denkens ist, dass in den geschilderten Fällen mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen wird, dass selbstverständlich Arbeitslosengeld oder andere Formen sozialer Absicherung gezahlt werden müssen.
Natürlich hat ein Mensch die Freiheit, beispielsweise eine Tätigkeit im Rüstungsbereich für sich auszuschließen. Aber daraus ergibt sich keine Pflicht für andere Menschen, dafür Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Handlungslogisch korrekt kann weder jemand zu einer bestimmten Arbeit verpflichtet werden, noch können andere Menschen zur Finanzierung der Konsequenzen dieser Entscheidung verpflichtet werden. Man kann hierzu gezwungen werden, aber eben nicht verpflichtet.
Eindämmung von „Marktmacht“
Bei einem Gespräch mit einem älteren Mann forderte dieser, dass einem bestimmten sehr reichen Unternehmer ein Teil seines Vermögens genommen werden sollte, um dessen Macht zu begrenzen.
Der ältere Herr ist sicherlich nicht der einzige Mensch, der „Marktmacht“ für etwas Schlechtes hält und glaubt, dass Vermögenssteuern oder andere legale „Raubmethoden“ etwas Gutes wären. Reiche ärmer machen zu wollen, ist eine verbreitete Idee und es gibt zahlreiche Vorschläge, wie dies gehandhabt werden könnte. Selbst Erschießungen von Reichen wurden schon „angekündigt“.
Hier zeigt sich, dass der Unterschied zwischen politischer Macht einerseits und „Marktmacht“ andererseits nicht verstanden wird. Der entscheidende Unterschied besteht darin, dass Politiker Zwang ausüben können, indem beispielsweise eine „Wehrpflicht“ (d.h. Militärzwang) oder neue Steuern eingeführt oder Enteignungen beschlossen werden.
Ludwig von Mises (1881 – 1973) formulierte es so:
"Menschliche Macht ist die Fähigkeit, fremdes Handeln zu bestimmen."
Nationalökonomie. Theorie des Handelns und Wirtschaftens, S. 588
Unternehmer machen demgegenüber ablehnbare Angebote. Sie können die Kunden nicht zwingen, ihr Produkt zu kaufen. Nicht der Unternehmer, sondern seine Kunden entscheiden über den Erfolg eines Produktes oder einer Dienstleistung und damit indirekt auch darüber, ob der Unternehmer Geld verdient oder Verluste macht.
Hierzu Mises:
"Doch Reichtum kann in der kapitalistischen Wirtschaftsordnung nur durch Dienste, die den Verbrauchern durch die ihren Bedürfnissen am besten entsprechende Verwendung der Produktionsmittel geleistet wurden, erworben und bewahrt werden."
Das Eigentum in der Marktwirtschaft, S. 727
Der Begriff „Marktmacht“ führt daher in die Irre. Von Macht kann an sich nur gesprochen werden, wenn damit die Anwendung von Zwang verbunden ist. In diesem handlungslogischen Sinne gibt es zwar politische aber keine wirtschaftliche Macht.
Auch die Gefahr, die vom Glauben an „Marktmacht“ ausgeht und dem Wunsch, unternehmerischen Erfolg zu zerstören, hat eine individuelle und eine gesellschaftliche Facette. Wird wirtschaftlicher Erfolg nicht als Ergebnis von Kundenentscheidungen (oft auch eigenem Kaufverhalten) verstanden, kann sich der Neid in die Seele fressen – weil hier Menschen „unverdient reich geworden“ zu sein scheinen.
Wenn viele Menschen einer Gesellschaft oder die politisch Mächtigen nicht zwischen wirtschaftlichem Erfolg und mit Zwang einhergehender Macht unterscheiden können, steigt die Gefahr für Interventionen, welche Freiheit und Wohlstand erodieren und somit allen schaden.
Fazit
Werden grundlegende Zusammenhänge nicht verstanden, kann dies beim Individuum zu negativen und tendenziell schädlichen Emotionen führen. Sind sehr vielen Menschen einer Gesellschaft – insbesondere jenen mit politischer Macht – diese Zusammenhänge nicht klar, werden die Grundlagen einer freien prosperierenden Entwicklung der Gesellschaft zerstört. Handlungslogisches ökonomisches Wissen zu verbreiten, bleibt daher eine wichtige und unverzichtbare Aufgabe.
Buchempfehlung des Monats
