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Investorenbrief | Juli 2026

In dieser Ausgabe geht es um die Entwicklungen an den Kapitalmärkten, unsere Anlagestrategien und mit Monetalis High Conviction um einen neuen, bewusst konzentrierten Investmentansatz. Außerdem stelle ich Ihnen mit Julian Simon einen Ökonomen vor, dessen Gedanken über Ressourcen, Knappheit und menschlichen Erfindungsgeist erstaunlich aktuell sind.

Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation oder zur Einordnung einzelner Aspekte stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

CIO Monthly Review

CIO Monthly Review | Juli 2026

Struktur schlägt Schlagzeilen

Kernaussage: Der Juli 2026 war geprägt von neuen Höchstständen an den US-Aktienmärkten, anhaltend erhöhten Kapitalmarktzinsen und einer weiterhin hohen Konzentration der Wertentwicklung auf wenige Marktsegmente. Gleichzeitig blieben geopolitische Spannungen, hohe Staatsverschuldung und die Geldpolitik die bestimmenden makroökonomischen Einflussfaktoren. Aus Sicht der Monetalis-Hausmeinung bestätigt der Monat erneut: Nicht kurzfristige Marktprognosen, sondern eine robuste Vermögensarchitektur entscheidet über langfristigen Anlageerfolg.

Aktien: Rekorde mit geringer Marktbreite

Die internationalen Aktienmärkte entwickelten sich im Juli überwiegend positiv. In den USA erreichten wichtige Indizes neue Höchststände, getragen vor allem von Technologie-, Kommunikations- und ausgewählten Industriewerten. Hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz sowie robuste Unternehmensergebnisse stützten insbesondere große Qualitätsunternehmen. Viele kleinere Unternehmen sowie zyklische Branchen blieben dagegen hinter dieser Entwicklung zurück. Europa zeigte ein uneinheitliches Bild: Finanz- und Industriewerte profitierten von einer stabileren Konjunktur, während das Wachstum insgesamt verhalten blieb. Japan setzte seinen strukturellen Reformkurs mit einer verbesserten Corporate Governance und anhaltenden Aktienrückkäufen fort.

Für langfristige Anleger ist dabei weniger entscheidend, welche Branche in einem einzelnen Monat führt. Die Kapitalmarktforschung zeigt vielmehr, dass sich Marktführer regelmäßig abwechseln. Eine breite Diversifikation über Regionen, Unternehmensgrößen und wissenschaftlich belegte Renditefaktoren reduziert das Risiko, von einzelnen Marktsegmenten abhängig zu werden.

Anleihen und Währungen: Zinsen bleiben ein wichtiger Ertragsbaustein

Die Renditen langfristiger Staatsanleihen blieben trotz rückläufiger Inflation auf erhöhtem Niveau. Der Kapitalmarkt rechnet weiterhin mit einer nur schrittweisen Lockerung der Geldpolitik. Unternehmensanleihen guter Bonität entwickelten sich vergleichsweise stabil und profitierten von attraktiven laufenden Erträgen. Gleichzeitig blieben die Risikoaufschläge im Hochzinssegment historisch eher niedrig. Der US-Dollar behauptete gegenüber vielen Währungen seinen Zinsvorteil und entwickelte sich entsprechend robust.

Nach Jahren außergewöhnlich niedriger Zinsen gewinnen laufende Zinserträge wieder an Bedeutung. Hochwertige Unternehmensanleihen können damit ihre klassische Rolle als stabilisierender Bestandteil eines ausgewogenen Portfolios wieder besser erfüllen. Entscheidend ist dabei weniger die kurzfristige Kursentwicklung als der langfristige Beitrag zum Gesamtertrag.

Gold: Stabilität in einer unsicheren Geldordnung

Gold bewegte sich im Juli insgesamt stabil. Geopolitische Risiken, die weltweit hohe Staatsverschuldung sowie Unsicherheit über den weiteren geldpolitischen Kurs stützten die Nachfrage nach realen Vermögenswerten. Goldminenaktien entwickelten sich erneut dynamischer als der Goldpreis selbst und profitierten von ihrem operativen Hebel.

Für Monetalis erfüllen Gold und Goldminen unterschiedliche Aufgaben. Gold dient als strategischer Diversifikationsbaustein innerhalb einer langfristigen Vermögensarchitektur. Goldminen bleiben dagegen unternehmerische Beteiligungen mit entsprechend höheren Chancen, aber auch höheren Schwankungen. Beide ergänzen sich, ersetzen jedoch keine breit diversifizierte Aktienanlage.

Austrian Economics: Langfristige Prinzipien statt kurzfristiger Prognosen

Die Aufmerksamkeit der Kapitalmärkte richtet sich täglich auf Inflationsdaten, Notenbanksitzungen oder geopolitische Ereignisse. Aus Sicht der Austrian Economics sind jedoch langfristige Entwicklungen wie Geldordnung, Kreditexpansion, Kapitalbildung und Produktivität die entscheidenden Einflussgrößen für Vermögenspreise. Kurzfristige Nachrichten verändern häufig die Stimmung – nachhaltige Vermögensentwicklung entsteht dagegen durch reale Wertschöpfung.

Auch die evidenzbasierte Kapitalmarktforschung kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Langfristiger Anlageerfolg wird vor allem durch Vermögensaufteilung, Diversifikation, Kosten und diszipliniertes Anlegerverhalten bestimmt. Der Versuch, Wendepunkte an den Kapitalmärkten zuverlässig vorherzusagen, war historisch nur selten erfolgreich.

„Nicht die Dinge selbst beunruhigen die Menschen, sondern die Vorstellungen, die sie von den Dingen haben.“

– Epiktet

Was bedeutet das für Sie?

Der Juli erinnert daran, dass steigende Börsen nicht automatisch geringere Risiken bedeuten. Viel wichtiger ist die Frage, ob Ihr Portfolio auch dann tragfähig bleibt, wenn sich Marktführer, Zinsen oder wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern. Prüfen Sie deshalb regelmäßig nicht die Schlagzeilen, sondern die Struktur Ihres Vermögens: Ist Ihr Portfolio ausreichend diversifiziert? Passt das eingegangene Risiko zu Ihrem Anlagehorizont und Ihrer persönlichen Verlusttragfähigkeit? Wer seine Entscheidungen auf langfristige Prinzipien statt auf kurzfristige Stimmungen stützt, schafft die Grundlage für nachhaltigen Vermögensaufbau.

Struktur entscheidet.

Strategieportfolios

Monetalis Global Factor

Die Monetalis Global Factor-Strategie ist eine evidenzbasierte, global diversifizierte Multi-Faktor-Strategie für den langfristigen Vermögensaufbau. Sie verbindet einen breit diversifizierten, markteffizienten Aktienkern mit gezielten Faktorallokationen, die wissenschaftlich dokumentierte Renditeprämien wie Momentum, Value und Small Cap systematisch erschließen.

Die Strategie folgt einem klaren, regelgebundenen Ansatz und verzichtet bewusst auf kurzfristiges Market-Timing, taktische Marktprognosen und die Konzentration auf einzelne Modethemen. In Anlehnung an die Prinzipien der Austrian Economics wird auf Staatsanleihen verzichtet; zur Stabilisierung werden Unternehmensanleihen eingesetzt. Ein strategischer Goldanteil von 10 Prozent dient als realer Wertspeicher und zur Diversifikation gegenüber Geld-, Kredit- und Währungsrisiken.

Monetalis Global Factor ist in unterschiedlichen Aktienquoten für die Risikoklassen 2, 3 und 4 konzipiert und ermöglicht damit eine abgestufte Ausrichtung von defensiv bis offensiv entsprechend dem individuellen Anlegerprofil.

Monetalis Global Factor | 30+ Defensiv

Wertentwicklung im Juli 2026: -0,34 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +5,07 %

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Monetalis Global Factor | 50+ Ausgewogen

Wertentwicklung im Juli 2026: -0,50 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +8,00 %

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Monetalis Global Factor | 70+ Dynamisch

Wertentwicklung im Juli 2026: -0,66 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +10,87 %

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Monetalis Global Factor | 90+ Offensiv

Wertentwicklung im Juli 2026: -0,84 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +13,77 %

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UCITS-Dachfonds

Monetalis Ruhestandsfonds

Die Anlagestrategie des Monetalis Ruhestandsfonds basiert auf den Grundprinzipien der Monetalis Global Factor-Strategie und überführt den evidenzbasierten Multi-Faktor-Ansatz in einen UCITS-Dachfonds. Die Aktienallokation verbindet einen breit diversifizierten, markteffizienten Kern mit gezielten Faktorallokationen in Momentum, Value und Small Cap.

In Anlehnung an die Prinzipien der Austrian Economics verzichtet der Fonds auf Staatsanleihen und setzt im festverzinslichen Segment auf Unternehmensanleihen. Gold und Goldminenaktien ergänzen die Vermögensstruktur als reale Vermögenswerte mit unterschiedlichen Risiko- und Ertragseigenschaften.

Die Fondsstruktur ermöglicht die gebündelte Steuerung und das Rebalancing der gesamten Anlagestrategie innerhalb eines einzigen Fonds. Umschichtungen innerhalb des Fonds führen dabei grundsätzlich nicht zu einer unmittelbaren Besteuerung von Veräußerungsgewinnen auf Ebene des Anlegers. Für Privatanleger in Deutschland kommt bei Vorliegen der gesetzlichen Voraussetzungen aufgrund der dauerhaft angestrebten Aktienquote von mehr als 51 Prozent die steuerliche Teilfreistellung für Aktienfonds hinzu.

Der Monetalis Ruhestandsfonds ist der Risikoklasse 3 mit einer Ausrichtung an der Grenze zur Risikoklasse 4 zugeordnet und für langfristig orientierte Anleger mit entsprechend erhöhter Risikobereitschaft konzipiert.

Monetalis Ruhestandsfonds

Wertentwicklung im Juli 2026: -1,32 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +4,91 %

Wertentwicklung der letzten 12 Monate kumulativ: +9,96 %

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Strategieportfolio

Monetalis High Conviction

Die Monetalis High Conviction-Strategie ist ein konzentriertes Aktienportfolio für Anleger mit sehr hoher Risikobereitschaft und langfristigem Anlagehorizont. Anders als die breit diversifizierten Monetalis Global Factor-Strategien verfolgt sie bewusst einen fokussierten Ansatz: Investiert wird ausschließlich in ausgewählte langfristige Investmentthemen, von deren struktureller Bedeutung wir in besonderem Maße überzeugt sind.

Im Mittelpunkt stehen Innovation und technologischer Fortschritt, dezentrales Wissen und kollektive Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Gold und die monetäre Ordnung. Die Investmentideen verbinden damit unternehmerischen Fortschritt und Kapitalmarktforschung mit Gedanken von Joseph Schumpeter, Friedrich A. von Hayek, Julian Simon und Ludwig von Mises.

High Conviction verzichtet bewusst auf defensive Portfoliobausteine: keine Anleihen, keine taktische Absicherung, keine Verwässerung der Investmentthesen. Die Strategie akzeptiert dafür erhebliche Kursschwankungen und auch ausgeprägte zwischenzeitliche Wertverluste. Konzentration ist hier kein unbeabsichtigtes Risiko, sondern eine bewusste Konstruktionsentscheidung.

Monetalis High Conviction ist der Risikoklasse 5 zugeordnet. Die Strategie ist ausschließlich für Anleger konzipiert, deren Risikotragfähigkeit, Risikobereitschaft und langfristiger Anlagehorizont eine derart offensive Aktienstrategie zulassen.

Breite Diversifikation ist das Fundament. High Conviction ist der Raum für Überzeugung.

Monetalis High Conviction

Wertentwicklung im Juli 2026: -9,11 %

Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +2,70 %

Wertentwicklung der letzten 12 Monate kumulativ: +33,56 %

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Vermögensarchitektur

High Conviction – wenn Überzeugung Teil einer Vermögensarchitektur wird

Breite Diversifikation gehört zu den wichtigsten Grundprinzipien langfristiger Kapitalanlage. Sie reduziert die Abhängigkeit von einzelnen Unternehmen, Branchen, Regionen und Prognosen. Dennoch bedeutet Diversifikation nicht, dass jede Anlageidee im Vermögen gleich gewichtet oder jede Überzeugung vermieden werden muss.

Entscheidend ist die Ebene, auf der Konzentration stattfindet.

Ein konzentriertes Portfolio als alleinige Vermögensstrategie kann erhebliche Risiken erzeugen. Innerhalb einer bereits robust aufgebauten Vermögensarchitektur kann ein bewusst begrenzter, konzentrierter Baustein dagegen eine andere Aufgabe übernehmen: Er kann gezielt an langfristigen wirtschaftlichen Entwicklungen partizipieren, von deren Bedeutung man überzeugt ist – ohne die Stabilität des Gesamtvermögens davon abhängig zu machen.

Aus diesem Gedanken ist die neue Vermögensstrategie Monetalis High Conviction entstanden.

Überzeugung statt Prognose

High Conviction bedeutet für uns nicht, kurzfristige Gewinner vorherzusagen. Es bedeutet auch nicht, einzelne Aktien auszuwählen, weil ihre Geschichte gerade besonders überzeugend klingt.

Die Strategie konzentriert sich vielmehr auf vier langfristige Themen, die aus unserer Sicht grundlegende ökonomische Entwicklungen berühren: technologischer Fortschritt, dezentrales Wissen, Energie und Geld.

Diese vier Themen verbinden wir bewusst mit Denkern, deren Ideen weit über die Kapitalmärkte hinausreichen.

Schumpeter: Innovation und schöpferische Zerstörung

Joseph Schumpeter beschrieb wirtschaftlichen Fortschritt als einen Prozess der „schöpferischen Zerstörung“. Neue Technologien, Geschäftsmodelle und Unternehmer verdrängen bestehende Strukturen und schaffen dadurch neue Produktivität.

Technologischer Fortschritt – aktuell insbesondere Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und neue Plattformökonomien – ist deshalb mehr als ein Börsenthema. Er verändert die Art, wie Unternehmen produzieren, Wissen verarbeiten und Kapital einsetzen.

Innerhalb von Monetalis High Conviction bildet dieser Gedanke den Innovationsbaustein. Entscheidend ist dabei nicht die Prognose, welches einzelne Unternehmen in zehn Jahren Marktführer sein wird. Entscheidend ist die Beteiligung an Unternehmen, die von technologischer Disruption und steigender Produktivität profitieren können.

Hayek: Das Wissen der Vielen

Friedrich August von Hayek zeigte, dass Wissen in einer Gesellschaft niemals vollständig an einer zentralen Stelle vorhanden ist. Es ist auf Millionen Menschen verteilt – auf Unternehmer, Konsumenten, Investoren und Spezialisten. Märkte funktionieren gerade deshalb, weil sie dieses dezentrale Wissen über Preise koordinieren.

Dieser Gedanke lässt sich auch auf Kapitalanlage übertragen. Anstatt darauf zu vertrauen, dass ein einzelner Analyst oder Fondsmanager dauerhaft über überlegenes Wissen verfügt, kann die kollektive Einschätzung vieler erfolgreicher Marktteilnehmer selbst zur Informationsquelle werden.

Der entsprechende Baustein von Monetalis High Conviction nutzt genau diese Idee: dezentrales Wissen nicht zentral ersetzen zu wollen, sondern systematisch auszuwerten.

Julian Simon: Energie, Ressourcen und menschlicher Erfindungsgeist

Der Ökonom Julian Simon widersprach der Vorstellung, dass wirtschaftliche Entwicklung zwangsläufig an statischen Ressourcenbegrenzungen scheitern müsse. Für ihn war die wichtigste Ressource nicht ein bestimmter Rohstoff, sondern menschlicher Einfallsreichtum.

Wachsende Bevölkerung, technologischer Fortschritt und steigender Energiebedarf erhöhen den Druck, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und neue Lösungen zu entwickeln. Gerade die Energieversorgung wird dabei zu einer der entscheidenden Infrastrukturfragen der kommenden Jahrzehnte.

Kernenergie und die dafür erforderlichen Rohstoffe bilden deshalb den Energiebaustein der Strategie. Nicht als kurzfristige Wette auf einen Rohstoffpreis, sondern als Beteiligung an einer möglichen langfristigen Renaissance einer hoch verfügbaren und skalierbaren Energiequelle.

Mises: Geld, Kaufkraft und Gold

Ludwig von Mises stellte Geld und seine Entstehung in den Mittelpunkt seiner ökonomischen Analyse. Geld ist kein neutraler Schleier über der Wirtschaft. Veränderungen der Geldmenge und des Kreditangebots beeinflussen Preise, Kapitalstruktur und Investitionsentscheidungen.

Gold besitzt in diesem Zusammenhang eine besondere Rolle. Es kann nicht durch politische Entscheidung beliebig geschaffen werden und steht außerhalb des klassischen Kredit- und Papiergeldsystems.

Monetalis High Conviction bildet diesen Gedanken bewusst über Goldminenunternehmen ab. Anders als physisches Gold sind Goldminen unternehmerische Beteiligungen. Sie können von steigenden Goldpreisen überproportional profitieren, tragen gleichzeitig aber operative, politische und unternehmerische Risiken. Genau deshalb ist dieser Baustein bewusst Teil einer offensiven Strategie und kein Ersatz für die strategische Goldposition innerhalb einer breit diversifizierten Vermögensarchitektur.

Vier Ideen – eine bewusst konzentrierte Strategie

Die vier Themen werden innerhalb von Monetalis High Conviction bewusst konzentriert miteinander verbunden. Die Strategie ist auf maximale langfristige Wertsteigerung ausgerichtet und nimmt dafür erhebliche zwischenzeitliche Wertschwankungen und Wertverluste in Kauf.

Damit unterscheidet sie sich bewusst von den breit diversifizierten Monetalis Global Factor-Strategien. High Conviction ist keine Alternative zum Fundament einer Vermögensarchitektur und kein Standardportfolio für jeden Anleger.

High Conviction ist nicht die Vermögensarchitektur. Es ist ein möglicher Baustein innerhalb einer Vermögensarchitektur.

Die Größe einer Überzeugung ist Teil des Risikomanagements

Ob ein konzentrierter Baustein sinnvoll ist, lässt sich deshalb niemals isoliert beantworten. Entscheidend sind das Gesamtvermögen, vorhandene Liquiditätsreserven, Anlagehorizont, Verlusttragfähigkeit und persönliche Risikoneigung.

Ein Anleger kann von einer langfristigen Entwicklung überzeugt sein und trotzdem bewusst nur einen begrenzten Teil seines Vermögens dafür einsetzen. Genau darin liegt der Unterschied zwischen Überzeugung und Spekulation.

Überzeugung und Diversifikation sind keine Gegensätze. Das Gesamtvermögen benötigt Robustheit. Innerhalb dieser Struktur kann Raum für konzentrierte Überzeugungen bestehen – sofern ihre Aufgabe, ihr Risiko und ihre Größenordnung klar definiert sind.

Struktur entscheidet.

Buchempfehlung des Monats

Julian L. Simon | The Ultimate Resource 2

Buchcover Julian L. Simon: The Ultimate Resource 2

Julian L. Simon

The Ultimate Resource 2 | 734 Seiten, keine deutsche Übersetzung – deshalb habe ich für Sie das Wesentliche auf eine Seite verdichtet.

Normalerweise empfehle ich Ihnen an dieser Stelle ein Buch, das ich für lesenswert halte. Diesmal mache ich es etwas anders.

Julian L. Simons The Ultimate Resource 2 gehört für mich zu den bemerkenswertesten wirtschaftswissenschaftlichen Büchern über Ressourcen, Knappheit und menschlichen Fortschritt. Das Problem: Die erweiterte Ausgabe umfasst 734 Seiten, ist nur auf Englisch erhältlich und verlangt ihrem Leser einiges ab.

Ich halte wenig davon, Ihnen ein Buch zu empfehlen, bei dem die Wahrscheinlichkeit überschaubar ist, dass Sie es tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite lesen. Deshalb habe ich diesmal die Arbeit für Sie übernommen: 734 Seiten werden zu einer Seite. Nicht als Ersatz für Simons wissenschaftliches Werk, sondern als konzentrierte Einführung in eine Idee, die ich für erstaunlich aktuell halte.

Die wichtigste Ressource ist nicht das, was im Boden liegt

Simons zentrale These klingt zunächst provokant: Die wichtigste wirtschaftliche Ressource ist weder Öl noch Gas, Uran, Kupfer oder irgendein anderer Rohstoff.

Die wichtigste Ressource ist der Mensch selbst – genauer: sein Wissen, seine Kreativität und seine Fähigkeit, Probleme zu lösen.

Damit widersprach Simon einer Denkweise, die bis heute regelmäßig wiederkehrt. Sie betrachtet die Menge natürlicher Ressourcen als weitgehend gegeben und stellt ihr einen stetig wachsenden menschlichen Bedarf gegenüber. Die Schlussfolgerung scheint zwingend: Je mehr Menschen Ressourcen verbrauchen, desto knapper müssen diese werden – und irgendwann sind die Grenzen des Wachstums erreicht.

Simon hielt diese Betrachtung für fundamental unvollständig. Denn sie behandelt den Menschen lediglich als Verbraucher von Ressourcen. Tatsächlich ist er zugleich deren Entdecker, Entwickler und effizienterer Nutzer.

Knappheit ist nicht nur ein Problem – sie erzeugt ein Signal

Wird ein Rohstoff tatsächlich knapper, steigt unter normalen Marktbedingungen sein Preis. Genau dieser Preisanstieg verändert menschliches Verhalten.

Unternehmen suchen nach neuen Lagerstätten. Ingenieure entwickeln effizientere Produktionsverfahren. Verbraucher reduzieren ihren Verbrauch oder wechseln zu Alternativen. Unternehmer entwickeln Substitute. Technologien, die zuvor unwirtschaftlich waren, werden plötzlich attraktiv.

Aus einer physischen Knappheit entsteht damit ein ökonomischer Anreiz zur Problemlösung.

Das bedeutet nicht, dass natürliche Ressourcen unbegrenzt vorhanden wären. Simons Argument ist anspruchsvoller: Für wirtschaftliche Entwicklung ist nicht allein entscheidend, wie viel eines bestimmten Rohstoffs heute bekannt oder technisch verfügbar ist. Entscheidend ist auch, welches Wissen Menschen morgen besitzen werden, um mit Knappheit umzugehen.

Und genau dieses zukünftige Wissen kennen wir heute nicht.

Eine Wette über die Zukunft

Wie überzeugt Simon von seiner These war, zeigte sich 1980 in einer inzwischen berühmten Wette mit dem Biologen und Bevölkerungspessimisten Paul R. Ehrlich.

Ehrlich gehörte zu den prominentesten Vertretern der These, dass Bevölkerungswachstum zwangsläufig zu zunehmender Ressourcenknappheit und steigenden Rohstoffpreisen führen müsse. Simon widersprach. Er argumentierte, dass steigende Preise selbst Anreize schaffen: für Exploration, effizientere Nutzung, technologische Innovation und Substitution.

Simon bot Ehrlich deshalb eine ungewöhnlich konkrete Wette an. Ehrlich durfte fünf Rohstoffe auswählen, von denen er überzeugt war, dass sie aufgrund zunehmender Knappheit teurer werden würden. Er entschied sich für Kupfer, Chrom, Nickel, Zinn und Wolfram. Ausgangspunkt war September 1980. Zehn Jahre später sollte verglichen werden, wie sich der inflationsbereinigte Preis dieses Rohstoffkorbs entwickelt hatte.

Die Simon-Ehrlich-Wette

Steigen die realen Preise, gewinnt Ehrlich. Fallen sie, gewinnt Simon.

1990 stand das Ergebnis fest: Alle fünf Rohstoffe waren inflationsbereinigt billiger geworden. Simon gewann die Wette.

Das Faszinierende daran ist für mich allerdings nicht, dass Simon mit einer Rohstoffprognose „recht hatte“. Würde man die Geschichte so interpretieren, hätte man seine eigentliche Botschaft gerade nicht verstanden. Simon behauptete nicht, Rohstoffpreise würden immer fallen. Selbstverständlich hätte man andere Anfangs- und Endzeitpunkte wählen können, bei denen die Wette anders ausgegangen wäre.

Die entscheidende Erkenntnis liegt tiefer. Ehrlich betrachtete Knappheit im Wesentlichen als physisches Problem: Mehr Menschen treffen auf eine begrenzte Menge an Ressourcen. Simon betrachtete Knappheit als ökonomischen Prozess: Verändert sich Knappheit, verändern sich Preise. Verändern sich Preise, verändern Menschen ihr Verhalten.

Sie suchen neue Vorkommen. Sie verwenden Rohstoffe effizienter. Sie entwickeln Ersatzstoffe. Sie verändern Produktionsverfahren. Sie investieren in neue Technologien.

Der Mensch ist in diesem Modell nicht nur Teil des Problems. Er ist zugleich Teil der Lösung.

Genau deshalb gefällt mir diese Wette so gut. Sie erzählt in zehn Jahren und fünf Rohstoffen praktisch die Grundidee des gesamten Buches. Und sie enthält gleichzeitig eine wichtige Warnung für Anleger: Die Lehre lautet nicht „Rohstoffe werden billiger“. Die Lehre lautet: Wer die Zukunft prognostiziert, indem er lediglich heutige Knappheiten fortschreibt, unterschätzt die Anpassungsfähigkeit von Preisen, Märkten, Technologie und Menschen.

Deshalb scheitern lineare Prognosen so häufig

An dieser Stelle sehe ich eine unmittelbare Verbindung zwischen Simon und Friedrich August von Hayek.

Wer zukünftige Ressourcenknappheit über Jahrzehnte prognostizieren möchte, müsste nicht nur heutige Reserven und heutigen Verbrauch kennen. Er müsste zugleich wissen, welche Technologien entwickelt werden, welche Rohstoffe substituiert werden, welche neuen Lagerstätten wirtschaftlich erschließbar werden, wie sich Preise verändern und welche Lösungen Millionen Menschen aufgrund dieser neuen Anreize finden werden.

Dieses Wissen kann niemand besitzen.

Die Geschichte wirtschaftlichen Fortschritts ist deshalb auch eine Geschichte immer wieder gescheiterter linearer Extrapolationen. Menschen verändern ihr Verhalten, sobald sich Bedingungen ändern.

Preise sind dabei keine störenden Begleiterscheinungen von Knappheit. Sie sind ein Informations- und Koordinationsmechanismus.

Genau hier liegt für mich eine der stärksten Verbindungen zur Austrian Economics: Märkte funktionieren nicht deshalb, weil jemand sämtliche Informationen besitzt, sondern weil Preise das dezentrale Wissen und die unterschiedlichen Entscheidungen von Millionen Menschen koordinieren.

Aus Rohstoffen werden erst durch Wissen wirtschaftliche Ressourcen

Einen Gedanken Simons halte ich für besonders bemerkenswert: die Unterscheidung zwischen einem Stoff in der Natur und einer wirtschaftlich nutzbaren Ressource.

Erdöl war für den größten Teil der Menschheitsgeschichte wirtschaftlich nahezu bedeutungslos. Uran war über Jahrtausende kein Energieträger. Silizium war kein Fundament einer globalen Informationswirtschaft.

Erst menschliches Wissen machte sie dazu.

Technischer Fortschritt verändert damit nicht nur, wie effizient wir vorhandene Ressourcen nutzen. Er verändert sogar, was wir überhaupt als Ressource betrachten.

Das ist eine ausgesprochen optimistische Sicht auf wirtschaftliche Entwicklung – aber für mich kein naiver Optimismus. Simon behauptet nicht, dass jedes Problem automatisch gelöst wird. Entscheidend sind vielmehr Institutionen, in denen Menschen auf Knappheit reagieren können: Eigentum, Preise, Wettbewerb, Unternehmertum und die Freiheit, neue Lösungen auszuprobieren.

Was das mit Energie und Monetalis High Conviction zu tun hat

Genau deshalb spielt Julian Simon auch bei der neuen Monetalis High Conviction-Strategie eine Rolle.

Der weltweit steigende Energiebedarf wird häufig ausschließlich als Knappheitsproblem beschrieben. Digitalisierung, Rechenzentren, Künstliche Intelligenz, Elektrifizierung und wachsende Volkswirtschaften benötigen enorme Mengen zuverlässig verfügbarer Energie.

Aus Simons Perspektive würde ich die entscheidende Frage jedoch anders stellen. Nicht:

Nicht: „Reicht unsere heutige Energie?“

Sondern: „Welche Anreize entstehen durch einen steigenden Energiebedarf – und welche Lösungen werden Menschen daraufhin entwickeln?“

Kernenergie ist für mich eine mögliche Antwort darauf. Neue Reaktorkonzepte, effizientere Nutzung von Brennstoffen und eine Renaissance bestehender Kernkrafttechnologien könnten dazu beitragen, große Mengen zuverlässig verfügbarer Energie bereitzustellen. Deshalb betrachte ich Kernenergie und Uran innerhalb von High Conviction nicht als kurzfristige Rohstoffspekulation, sondern als Beteiligung an einer möglichen strukturellen Antwort auf einen langfristig steigenden Energiebedarf.

Dabei wäre es gerade nicht im Sinne Simons, einfach eine dauerhaft steigende Knappheit von Uran zu prognostizieren. Steigende Preise verändern Exploration, Förderung, Technologie, Recycling und Substitution. Auch hier gilt: Die Zukunft ist dynamisch.

Was ich aus diesem Buch für die Kapitalanlage mitnehme

Simons Werk handelt vordergründig von Bevölkerung und Ressourcen. Seine tiefere Botschaft reicht für mich jedoch erheblich weiter.

Wir Menschen neigen dazu, bestehende Probleme in die Zukunft fortzuschreiben und gleichzeitig zukünftige Lösungen zu unterschätzen. Das liegt auch daran, dass heutige Probleme sichtbar sind, zukünftiges Wissen dagegen definitionsgemäß noch nicht existiert.

Für die Kapitalanlage halte ich diese Erkenntnis für ausgesprochen wertvoll.

Ich weiß nicht, welches Unternehmen die nächste technologische Revolution anführen wird. Ich weiß nicht, welche Energieform 2040 dominieren wird. Und ich weiß nicht, welche heute knappe Ressource durch eine neue Technologie weniger wichtig werden könnte.

Was ich dagegen weiß: Preise, Wettbewerb, Unternehmertum und menschlicher Erfindungsgeist lösen immer wieder Anpassungsprozesse aus.

Für mich spricht das nicht für blinden Optimismus. Im Gegenteil. Es spricht für intellektuelle Bescheidenheit – und dafür, sich an produktivem Kapital zu beteiligen, statt die Zukunft ausschließlich aus den Problemen der Gegenwart abzuleiten.

Wenn ich 734 Seiten Julian Simon auf einen Gedanken verdichten müsste, wäre es dieser:

Rohstoffe sind endlich. Die Grenzen des menschlichen Erfindungsgeistes lassen sich dagegen nicht im Voraus bestimmen.

Und genau deshalb ist der Mensch für Simon die „ultimate resource“ – die entscheidende Ressource.

Struktur entscheidet.

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