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Investorenbrief | April 2026
Mit diesem Investorenbrief erhalten Sie einen Marktrückblick, die wesentlichen Portfolioentscheidungen des vergangenen Monats sowie aktuelle Themen rund um Ruhestandsplanung, Vermögensarchitektur und Investmentstrategie.
Bei Fragen zu Ihrer persönlichen Situation oder zur Einordnung einzelner Aspekte stehe ich Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.
Monatlicher Marktrückblick
Hängepartie
Die zwischenzeitliche Ausweitung des Iran-Krieges auf Öl- und Gasanlagen sowie die Blockade der Straße von Hormus verstärkten die Krise auf dem globalen Energiemarkt. Vor diesem Hintergrund rutschten nahezu alle Aktienmärkte im Laufe des April gegenüber dem Jahresbeginn in die Verlustzone.
Der Energiepreisschock stört das Wachstum der Weltwirtschaft empfindlich. Daher reduzierte der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Prognose für den Anstieg des weltweiten Bruttoinlandsprodukts (BIP) für das laufende Jahr von 3,3 auf 3,1 Prozent. Gleichzeitig wird ein Wiederanstieg der Inflation erwartet.
IWF senkt Prognose für globales BIP, Anstieg der Inflation erwartet
Unmittelbar nachdem US-Präsident Trump dem Iran mit einem Angriff auf Energieanlagen gedroht hatte, erklärte er, auf solche Angriffe vorerst zu verzichten. Daraufhin kam es im Monatsverlauf an den Märkten zu starken Gegenbewegungen. Der Rohölpreis fiel um rund 15 Prozent und die Aktienmärkte verzeichneten Kursgewinne.
Die mit Hoffnungen auf ein Ende des Iran-Krieges erwartete Rede von US-Präsident Trump wurde von den Kapitalmärkten als „Nullnummer“ bewertet. Begünstigt wurde die Kurserholung dagegen durch die erklärte Absicht des Iran, die Straße von Hormus kontrolliert zu öffnen. Auch die Verkündung eines Waffenstillstands wurde positiv aufgenommen.
Allerdings wurde schnell deutlich, dass keine Seite die Bedingungen der jeweils anderen Seite für ein Ende des Krieges akzeptieren würde. Zwar hat keine Seite Interesse an einer Fortsetzung des Krieges, will aber auch nicht den Forderungen der Gegenseite nachgeben – also eine typische Hängepartie.
Ölpreis steigt auf 100 US-Dollar, Seitwärtsbewegung beim Gold
Nach den gescheiterten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan stieg der Ölpreis wieder. Im April pendelte er meist zwischen 90 und 100 US-Dollar pro Barrel. Eine ähnliche Hängepartie zeigten auch die Edelmetallpreise. Die zwischenzeitlichen Hoffnungen auf ein Kriegsende führten zu einem Preisanstieg, die enttäuschten Hoffnungen zu fallenden Preisen. Der Goldpreis pendelte im April in einer vergleichsweise engen Bandbreite um 4.750 US-Dollar pro Unze.
An den Aktienbörsen überwog insbesondere in der ersten Monatshälfte eine Kurserholung von den Verlusten im März. Viele Aktienindizes kletterten in der Hoffnung auf eine Entspannung des Konflikts sogar über ihre Hochs vor Ausbruch des Krieges, darunter der globale MSCI World, der US-amerikanische S&P 500 und der japanische Nikkei 225.
Quartalsergebnisse stützen Aktienkurse in den USA
Unterstützt wurde der Kursanstieg von der anlaufenden Berichtssaison, also der Veröffentlichung der Geschäftsergebnisse des ersten Quartals. In den USA übertrafen rund drei Viertel der Unternehmen die offiziellen Gewinnerwartungen. Ein Übertreffen der durchschnittlichen Schätzungen ist zwar normal, die Zahl der positiv überraschenden Unternehmen lag diesmal jedoch höher als im historischen Durchschnitt.
Traditionell stammen die ersten veröffentlichten Ergebnisse überwiegend aus der Finanzbranche. Diese gilt als Indikator für den weiteren Verlauf. Die Sorgen um die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Softwarebranche wurden zwar zwischenzeitlich kleiner, konnten aber nicht vollständig entkräftet werden.
In Europa fielen die Geschäftsergebnisse des ersten Quartals ebenfalls überwiegend gut aus. Vor dem Hintergrund des Iran-Krieges äußerten sich jedoch viele Unternehmen vorsichtig bis zurückhaltend zu den Aussichten für 2026. Dies drückte in der zweiten Aprilhälfte auf die Aktienkurse. Der westeuropäische Leitindex EURO STOXX 50, der sich zur Monatsmitte auf über 6.000 Punkte erholt hatte, sackte auf rund 5.850 Zähler ab. Der Deutsche Aktienindex DAX hatte fast 24.800 Punkte erreicht, als sich die Stimmung wieder verschlechterte. Erst in der Nähe der runden Marke von 24.000 Punkten fand er Unterstützung.
Stabilisierung an den Anleihemärkten
An den Anleihemärkten stabilisierte sich die Kursentwicklung nach den heftigen Verlusten im März. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen sank von über 4,4 Prozent auf rund 4,2 Prozent. Die Verluste aus dem März wurden damit jedoch nicht ausgeglichen. Ende Februar, vor dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran war die Rendite kurzzeitig unter die Vier-Prozent-Marke gesunken. Auch die Kurse europäischer Anleihen erlebten im April eher eine Hängepartie als eine Kurserholung.
Die Devisenmärkte zeigten nach dem Anstieg des US-Dollars im März eine Gegenbewegung. Mit den Hoffnungen auf eine Entspannung in der ersten Aprilhälfte sank der US-Dollar und erreichte mit 1,18 US-Dollar pro Euro wieder das Vorkriegsniveau. Dann allerdings machte sich auch an den Devisenmärkten die Hängepartie bemerkbar, und der US-Dollar stieg wieder etwas.
Beschleunigt hat sich dagegen im April der Abwärtstrend der türkischen Lira. Die Türkei ist in hohem Umfang auf Öl- und Gasimporte angewiesen. Deren stark steigende Preise schlagen auf die Inflation durch und lassen die Währungs- und Goldreserven des Landes schrumpfen. Die Inflationsrate konnte seit dem Hoch im Jahr 2022 bei 72 Prozent in die Nähe der 30-Prozent-Marke gesenkt werden, steigt jetzt aber wieder. Der Leitzins liegt bei 37 Prozent. Gegenüber dem Euro und dem US-Dollar sank die türkische Landeswährung in die Nähe ihrer historischen Tiefststände.
Weil auch andere Länder aufgrund steigender Energieimportkosten und zur Stützung ihrer nationalen Währungskurse Gold verkaufen, entwickelt sich der Preis des Edelmetalls seit Wochen nicht parallel zum, sondern entgegen dem Ölpreis. Zudem muss auch die russische Zentralbank wegen der Haushaltslage ihre Goldreserven durch Verkäufe verringern, obwohl das Land ein Profiteur der gestiegenen Weltmarktpreise für Öl und Gas ist.
Strategieportfolios
Monetalis Global Factor
Monetalis Global Factor | 30+ Defensiv
Wertentwicklung im April 2026: +3,31 %
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +3,69 %
Factsheet öffnenMonetalis Global Factor | 50+ Ausgewogen
Wertentwicklung im April 2026: +4,81 %
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +5,42 %
Factsheet öffnenMonetalis Global Factor | 70+ Dynamisch
Wertentwicklung im April 2026: +6,32 %
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +7,13 %
Factsheet öffnenMonetalis Global Factor | 90+ Offensiv
Wertentwicklung im April 2026: +7,81 %
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +8,86 %
Factsheet öffnenUCITS-Dachfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Monetalis Ruhestandsfonds
Wertentwicklung im April 2026: +4,78 Prozent
Wertentwicklung seit Jahresbeginn 2026: +2,61 Prozent
Wertentwicklung der letzten 12 Monate kumulativ: +14,65 Prozent
Factsheet öffnenPortfoliomanagement
Neun Anlagetipps von Nobelpreisträgern
Gastbeitrag von Andreas Hackethal, erschienen am 26.04.2026 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung
Unsichere Zeiten sind Anlass genug, um nach Orientierung für die eigenen Finanzen zu suchen. Die gibt es frei Haus von höchster Instanz, nämlich von neun Ökonomienobelpreisträgern. Deren Erkenntnisse sind zeitlos und liefern Rezepte, wie man mit seinen Finanzen auch durch turbulente Zeiten navigiert.
Franco Modigliani, Nobelpreisträger 1985, erklärt uns, wie man die beste Balance aus Sparen und Konsumieren über den eigenen Lebenszyklus hinweg findet. Ausgangspunkt ist die Idee des abnehmenden Grenznutzens: Das erste Eis beschert uns noch viel Glück, das zweite schon weniger, und beim dritten winken wir lieber ab. Anstatt also im Wechsel von Mangel und Überfluss zu leben, sollten Menschen den Konsum dauerhaft auf ihrem individuell optimalen Niveau stabilisieren. Wenn das Einkommen über diesem Niveau liegt, wird kräftig gespart, um auch in der Rente den eigenen Standard zu halten.
Modigliani unterstreicht damit die Notwendigkeit einer vorausschauenden Karriere- und Finanzplanung. Auf die aktuelle Situation bezogen, bedeutet das: Bleiben die Energiepreise absehbar hoch, müssen betroffene Haushalte jetzt mehr sparen. Winken einem gute Karriereaussichten und höheres Gehalt, kann man schon jetzt mehr ausgeben. Wird die Zukunft generell unsicherer und die Menschen immer älter, müssen alle mehr sparen.
Die richtige Mischung zwischen Risiko und Sicherheit
Robert C. Merton, Nobelpreisträger 1997, modellierte, wie Anleger ihr angespartes Finanzvermögen am besten zwischen einer risikofreien Anlage wie Tagesgeld und einer riskanten Anlage wie Aktien aufteilen. Der ideale Mix sorgt dafür, dass das Risiko im Gesamtvermögen der persönlichen Risikotoleranz entspricht. Zu viel Risiko bedeutet sonst unruhigen Schlaf, zu wenig dagegen verpasste Renditechancen. Zum Gesamtvermögen gehören auch Sachvermögen, Rentenansprüche und Arbeitskraft. Ein junger Beamter mit Eigenheim kann daher viel mehr Finanzrisiko tragen als ein älterer Selbständiger mit Edelmetallen im Tresor. Merton lehrt uns genau wie Modigliani, dass die persönliche Gesamtsicht entscheidend ist – auch für die Bewertung der aktuellen Situation. Ist es beispielsweise für mich wahrscheinlicher geworden, dass mein Gehalt stagnieren wird oder dass ich gar meinen Job verliere? Dann Aktien verkaufen. Ist mein Aktienanteil durch jüngste Verluste deutlich unter den idealen Mix geschrumpft? Dann ruhig wieder aufstocken.
Merton H. Miller, Nobelpreisträger 1990, lenkt den Blick auf den Hebeleffekt von Schulden: Wer einen Kredit aufnimmt, um eine Immobilie zu kaufen, multipliziert nicht nur die potentielle Rendite auf seinen Eigenanteil, sondern auch das Risiko. Bei hälftiger Fremdfinanzierung fallen Verluste doppelt so hoch aus wie bei Eigenfinanzierung! Betongold kann damit schnell zu einem überzogenen Risikoprofil im Gesamtvermögen führen. Kreditnehmer müssen dieses Risikoprofil gerade in unsicheren Zeiten genau beobachten und eher früher die Anlagerisiken runterfahren. Das gilt vor allem dann, wenn der Kredit bald refinanziert wird und die Europäische Zentralbank wegen Inflationsdruck die Zinsen anzuheben droht.
55 Prozent Aktien, 35 Prozent Anleihen
Harry Markowitz, ebenfalls Nobelpreisträger 1990, zeigte, dass Anleger über geschickte Diversifikation ihrer Anlagen ihr Gesamtrisiko massiv senken können, ohne dafür bei der Rendite Abstriche machen zu müssen. Anders formuliert: Durch Streuung verbessert sich das Verhältnis von erwarteter Rendite zu eingegangenem Risiko. Auch wenn Markowitz’ Anleitung zum Bau optimaler Portfolios für Privatanleger untauglich ist, so ist seine Grundidee Gold wert.
Denkt man seine Diversifikationsidee nämlich zu Ende, landet man bei einem globalen Marktportfolio, das sich aus allen weltweit verfügbaren Wertpapieren in der Gewichtung ihrer jeweiligen Marktkapitalisierung zusammensetzt. Hier muss man nicht rechnen, sondern nur ablesen. Aktuell betragen die Anteile der größten Anlageklassen gerundet: 55 Prozent für globale Aktien, 35 Prozent für globale Anleihen und zehn Prozent kombiniert für Gold, Private Equity und Bitcoin.
Eugene Fama, Nobelpreisträger 2013, ist der Vater der Effizienzmarkthypothese: Die Preise an den Finanzmärkten spiegeln alle verfügbaren Informationen korrekt wider. Das heißt: Es ist selbst für Profis unmöglich, durch gezielte Positionen bessere Renditen als die Durchschnittsanleger zu erzielen. Famas Hypothese gilt auch aktuell: Weder Spekulationen auf Rüstungs- oder Energietitel noch Versuche, zum vermeintlich richtigen Zeitpunkt aus dem Aktienmarkt aus- und dann wieder einzusteigen, bringen auf Dauer etwas. Beides reduziert nur die Diversifikation und erhöht die Handelskosten.
Vorsicht vor Emotionen in der Geldanlage
Robert J. Shiller, ebenfalls Nobelpreisträger 2013, liefert eine wichtige Ergänzung zur reinen Effizienzmarkthypothese von Fama. Seine Frage lautet: Sollte man den Kursen also immer blind vertrauen, oder drehen die Märkte doch manchmal durch? Shiller betont die Rolle von sozialen Dynamiken, Herdenverhalten und Narrativen – also den Geschichten, die sich Anleger gegenseitig erzählen und die eine Eigendynamik entwickeln können. Emotionen und kognitive Verzerrungen können sich zu mächtigen Trends wie übertriebenem Optimismus oder panikartigen Verkäufen aufschaukeln. Shillers Arbeit unterstreicht die Notwendigkeit, sich nicht von der Masse mitreißen zu lassen, sondern am eigenen langfristigen Vermögens- und Sparplan festzuhalten. Das ist der beste Schutz gegen die emotionalen Achterbahnfahrten der Märkte, denn Kursblasen erkennt man auch bei Shiller nur im Nachhinein.
William F. Sharpe, ein weiterer Nobelpreisträger des Jahres 1990, erklärt, wo Rendite herkommt. Mit dem Capital Asset Pricing Model hat er gezeigt, dass Anleger nur für jenes Risiko entlohnt werden, das sich nicht durch Streuung eliminieren lässt. Das unnötige Risiko einzelner Unternehmen, Branchen oder Länder – meist mehr als die Hälfte der jeweiligen Schwankungen – bringt keine Rendite. Wer Rendite will, muss also echtes Marktrisiko tragen. Dieses Marktrisiko wird über das sogenannte Beta gemessen. Das globale Marktportfolio von weiter oben kam in der Vergangenheit auf eine Risikoprämie von rund vier Prozent je Jahr. Bei einem risikofreien Zinssatz von aktuell rund zwei Prozent dürfen Anleger daher auch für das nächste Jahr eine Gesamtrendite auf das globale Marktportfolio in Höhe von sechs Prozent erwarten. Will man mehr Gewinne, muss man einen größeren Teil seines Vermögens investieren oder das Depot wie eine Immobilie mit Kredit hebeln. Ist man mit weniger Rendite zufrieden, legt man entsprechend weniger Geld in Wertpapiere an. Kriegszeiten ändern an diesem Grundprinzip nichts.
Kleine Tricks helfen viel
Daniel Kahneman, Nobelpreisträger 2002, oft gemeinsam mit seinem langjährigen Forschungspartner Amos Tversky genannt, ist einer der Gründerväter der Verhaltensökonomie. Er zeigte, dass die menschliche Psyche den besten Plan durchkreuzen kann. Menschen sind eben nicht die rationalen Nutzenmaximierer, wie es die klassische Ökonomie annimmt, sondern sie nehmen gern mentale Abkürzungen. Doch diese führen systematisch zu Fehlern wie Verlustaversion, Selbstüberschätzung und Prokrastination, dem Verschieben von Aufgaben auf morgen. Neben einem guten Plan brauchen Anleger also auch Selbstkenntnis und Strategien, wie sie bei Finanzentscheidungen ihr intuitives, aber fehleranfälliges Denksystem 1 (so der von Kahneman geprägte Begriff) durch ihr zwar langsameres, aber dafür analytischeres Denksystem 2 ablösen.
Richard Thaler, Nobelpreisträger 2017 und ein weiterer Pionier der Verhaltensökonomie, hat solche Strategien entwickelt. Mit einer klugen Entscheidungsarchitektur können sich Anleger selbst in die richtige Richtung bugsieren. Das Fachwort hierfür lautet „Nudging“. Dabei spielen Voreinstellungen wie der monatliche Sparplan direkt nach Gehaltseingang, die automatische Sparerhöhung bei Gehaltsanstieg oder der Kauf reinvestierender Fonds eine wichtige Rolle. Kleine Tricks können damit einen großen Einfluss auf den Umgang mit Geld haben, ohne die individuelle Freiheit einzuschränken. Warum also nicht gerade in unsicheren Zeiten die eigenen Voreinstellungen überprüfen und so klug setzen, dass auch unter Stress nicht System 1, sondern System 2 regiert?
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