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Kapitalmarktbericht | 2. Quartal 2026

Zwischen Krieg, Inflation und Rekordständen

Das zweite Quartal 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie groß der Unterschied zwischen Nachrichtenlage und Kapitalmarktentwicklung sein kann. Während die täglichen Schlagzeilen von militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und Iran, der Sorge um eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten, neuen handelspolitischen Spannungen sowie einer weiterhin unsicheren Zinspolitik geprägt waren, entwickelten sich große Teile der internationalen Aktienmärkte ausgesprochen positiv.

Viele Anleger empfanden dieses Umfeld als widersprüchlich. Wie können Aktien steigen, wenn gleichzeitig geopolitische Risiken zunehmen? Weshalb reagieren Märkte scheinbar gelassen auf Ereignisse, die in den Medien als dramatisch beschrieben werden?

Genau diese Fragen stehen im Mittelpunkt unseres Investmentansatzes.

Die Monetalis Global Factor-Strategie versucht nicht, politische Entwicklungen vorherzusagen. Sie versucht auch nicht, den nächsten Börsencrash oder die nächste Rallye zu prognostizieren. Stattdessen basiert sie auf einer einfachen Erkenntnis der modernen Kapitalmarktforschung und der Austrian Economics: Märkte sind hochkomplexe Informationssysteme. Millionen Marktteilnehmer verarbeiten täglich neue Informationen und bewerten sie unterschiedlich. Dieses Wissen lässt sich nicht zentral planen oder zuverlässig prognostizieren.

Gerade deshalb verzichten wir bewusst auf kurzfristige Markttiming-Entscheidungen und setzen stattdessen auf wissenschaftlich belegte Renditefaktoren, globale Diversifikation und eine langfristige Vermögensarchitektur.

Geopolitik bestimmt die Schlagzeilen – nicht zwangsläufig die Renditen

Der militärische Konflikt zwischen Israel und Iran dominierte über Wochen die Nachrichten. Zeitweise befürchteten Marktteilnehmer eine Blockade der Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öltransports abgewickelt wird. Entsprechend stiegen die Ölpreise zunächst deutlich an.

Gleichzeitig blieb die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Geldpolitik bestehen. Zwar gingen die Inflationsraten gegenüber den Höchstständen der vergangenen Jahre weiter zurück, dennoch hielten sowohl die Europäische Zentralbank als auch die US-Notenbank an ihrer vorsichtigen Kommunikation fest.

Aus Sicht vieler Anleger hätte dieses Umfeld eigentlich fallende Aktienmärkte erwarten lassen.

Doch Kapitalmärkte funktionieren nicht so einfach.

Börsen handeln nicht die Gegenwart, sondern die Zukunft. Sie bewerten Erwartungen, Wahrscheinlichkeiten und bereits eingepreiste Risiken. Gerade in Phasen großer Unsicherheit zeigt sich deshalb häufig, dass die tatsächliche Kursentwicklung erheblich von der öffentlichen Wahrnehmung abweichen kann.

Austrian Economics: Die Anmaßung von Wissen

Friedrich August von Hayek prägte den Begriff der „Anmaßung von Wissen“. Gemeint ist die Vorstellung, komplexe wirtschaftliche Zusammenhänge vollständig verstehen und präzise prognostizieren zu können.

Für Kapitalanleger besitzt diese Erkenntnis eine enorme Bedeutung.

Niemand weiß heute zuverlässig, wie sich der Iran-Konflikt entwickeln wird, wann die nächsten Zinssenkungen erfolgen, welche Auswirkungen politische Entscheidungen tatsächlich entfalten oder welche Branche in sechs Monaten outperformen wird.

Wer dennoch versucht, sein Vermögen permanent an neue Nachrichten anzupassen, läuft Gefahr, genau jene Fehler zu machen, die langfristigen Anlageerfolg verhindern.

Die Monetalis Global Factor-Strategie verfolgt deshalb einen anderen Weg. Sie basiert nicht auf Meinungen, sondern auf Wahrscheinlichkeiten. Sie investiert nicht in Prognosen, sondern in systematisch nachgewiesene Renditequellen.

Die Portfoliobausteine im Überblick

USA – Das Fundament der Strategie

Die beiden S&P-500-Bausteine bilden weiterhin den Kern unserer Aktienallokation.

Sowohl der Vanguard S&P 500 UCITS ETF als auch der State Street SPDR S&P 500 UCITS ETF profitierten von der anhaltenden Stärke der amerikanischen Wirtschaft. Der Vanguard-ETF legte im Berichtsquartal um rund 16 % zu.

Die Vereinigten Staaten bleiben weltweit der wichtigste Innovationsstandort. Gerade in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Digitalisierung und Gesundheitswirtschaft entstehen weiterhin erhebliche Wertschöpfungspotenziale.

Anstatt einzelne Gewinner vorherzusagen, investieren wir bewusst in den gesamten amerikanischen Unternehmenssektor und partizipieren damit langfristig am Produktivitätsfortschritt der weltweit größten Volkswirtschaft.

Schwellenländer – Value zahlt sich aus

Der stärkste Baustein des Quartals war der iShares Edge MSCI Emerging Markets Value Factor ETF mit einem Wertzuwachs von rund 30 %.

Diese Entwicklung bestätigt einen wesentlichen Baustein unserer Investmentphilosophie. Nicht jeder Markt entwickelt sich zu jeder Zeit gleich gut. Genau deshalb ist globale Diversifikation so wertvoll.

Value-Unternehmen verfügen häufig über stabile Geschäftsmodelle und attraktive Bewertungen. Langfristig gehört der Value-Faktor zu den am besten dokumentierten Renditequellen der Kapitalmarktforschung.

Europa – Momentum bleibt ein starker Faktor

Der iShares Edge MSCI Europe Momentum ETF gewann im zweiten Quartal rund 12,5 %.

Momentum bedeutet nicht Spekulation auf kurzfristige Trends. Vielmehr zeigt die empirische Forschung seit Jahrzehnten, dass Unternehmen mit relativer Stärke ihre Entwicklung häufig über längere Zeit fortsetzen.

Momentum ergänzt deshalb die übrigen Faktorbausteine ideal und erhöht die Diversifikation innerhalb des Aktienportfolios.

Japan – Reformen wirken weiter

Auch Japan entwickelte sich erfreulich.

Der WisdomTree Japan Equity UCITS ETF EUR Hedged legte um rund 13 % zu.

Die Kombination aus Unternehmensreformen, steigender Kapitaldisziplin und der Absicherung des Wechselkursrisikos macht Japan weiterhin zu einem wichtigen Bestandteil der Monetalis Global Factor-Strategie.

Kleine Unternehmen – Langfristig unverzichtbar

Kleinere Unternehmen entwickelten sich ebenfalls erfreulich. Der Small-Cap-Baustein erzielte im Berichtsquartal ein Plus von rund 14 %.

Historisch wurden Anleger für das höhere Risiko kleiner Unternehmen mit einer zusätzlichen Rendite entschädigt.

Diese sogenannte Small-Cap-Prämie zählt seit Jahrzehnten zu den am besten untersuchten Faktoren der Kapitalmarktforschung und ist deshalb ein fester Bestandteil unserer Vermögensarchitektur.

Unternehmensanleihen – Stabilität statt Spekulation

Auch die beiden Anleihebausteine entwickelten sich positiv.

Der iShares € Corporate Bond Interest Rate Hedged ESG SRI UCITS ETF erzielte einen Zuwachs von rund 1,5 %.

Der Xtrackers EUR High Yield Corporate Bond UCITS ETF legte rund 3 % zu.

Wir investieren bewusst nicht in klassische Staatsanleihen. Stattdessen setzen wir auf Unternehmensanleihen, bei denen Anleger für das eingegangene Kreditrisiko eine Risikoprämie erhalten. Durch die Zinsabsicherung des Investment-Grade-Bausteins reduzieren wir gleichzeitig die Abhängigkeit von kurzfristigen Zinsbewegungen.

Gold und Goldminen – Schwaches Quartal, unveränderte Funktion

Im Gegensatz zu vielen Aktiensegmenten verlief das Quartal für Edelmetalle enttäuschend.

Der iShares Physical Gold ETC verlor rund 12 %, während der UBS Solactive Global Pure Gold Miners UCITS ETF sogar etwa 18 % nachgab.

Dies mag angesichts der geopolitischen Spannungen zunächst überraschen. Tatsächlich reagierten die Märkte jedoch auf die zwischenzeitliche Entspannung am Ölmarkt sowie auf rückläufige Inflationssorgen. Für unsere Strategie ändert dies nichts an der grundsätzlichen Rolle dieser Bausteine.

Gold verstehen wir nicht als Spekulationsobjekt, sondern als strategischen Vermögenswert außerhalb des staatlichen Papiergeldsystems. Aus Sicht der Austrian Economics besitzt Gold seit Jahrhunderten eine besondere geldtheoretische Bedeutung. Es kann nicht beliebig vermehrt werden und unterliegt keiner politischen Willkür.

Goldminen wiederum sind bewusst eine kleine renditeorientierte Beimischung. Sie weisen aufgrund ihres unternehmerischen Risikos deutlich stärkere Kursschwankungen auf als physisches Gold und ergänzen den Edelmetallanteil des Portfolios.

Fazit: Struktur schlägt Prognose

Das zweite Quartal 2026 bestätigt erneut eine der wichtigsten Erkenntnisse erfolgreicher Kapitalanlage: Nicht jede Schlagzeile rechtfertigt eine Portfolioanpassung.

Während die Nachrichtenlage von Unsicherheit geprägt war, entwickelten sich große Teile unseres global diversifizierten Portfolios ausgesprochen positiv.

Einzelne Bausteine – insbesondere Gold und Goldminen – belasteten zwar die Wertentwicklung, wurden jedoch durch die Stärke der internationalen Aktienmärkte mehr als ausgeglichen.

Die Monetalis Global Factor-Strategie verfolgt deshalb konsequent einen langfristigen, evidenzbasierten Investmentansatz. Sie verbindet die Erkenntnisse der modernen Kapitalmarktforschung mit den ordnungspolitischen Überzeugungen der Austrian Economics. Nicht kurzfristige Prognosen, sondern eine robuste Vermögensarchitektur bildet die Grundlage nachhaltigen Anlageerfolgs.

Denn Vermögen entsteht nicht dadurch, dass man die Zukunft vorhersagt. Es entsteht dadurch, dass man sein Portfolio so strukturiert, dass es auch mit einer ungewissen Zukunft umgehen kann.

Struktur entscheidet.

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